Wildsträucher als Lebensgrundlage für Vögel und Insekten

 

Im Einsatz für Mensch und Natur

 

 

 

Bad Buchau –

 

Die NABU-Gruppe Bad Buchau-Federsee war wieder im Einsatz für die heimische Natur und hat vor kurzem 60 Wildsträucher nach dem Vorbild des Pruno-Ligustretum (Schlehen-Liguster-Gebüsch) als Teil eines Biotopverbund-Systems

 

gepflanzt. „Unsere einheimischen d.h. schwäbischen Wildsträucher sind das Beste was es als Lebensgrundlage für Insekten und Vögel überhaupt gibt“, erklärt Siegfried Frosdorfer, Vorsitzender der NABU-Gruppe.

 

Ganz hervorragend sei der Schlehdorn. In der Hitparade der Futtersträucher für Insekten allgemein steht er an dritter Stelle, bei Wildbienen an vierter Stelle. Er ist Futterlieferant für 137 Insektenarten. An der Blüte ernähren sich 18 Sand-, Furchen- und Mauerbienenarten sowie Schwebfliegen und Tagfalter. Von den Blättern ernähren sich zum Beispiel Segelfalter und Schlehenzipfelfalter. Seine Früchte fressen 20 Vogelarten, so auch das Rotkehlchen, Vogel des Jahres 2021,   sowie 12 Säugetierarten. Neuntöter, Dorngrasmücke und Goldammer bevorzugen Weißdorn, Schlehdorn und Hunds-Rose, um darin ihr Nest zu bauen. Sehr hilfreich war die Unterstützung von Jörg Schmid vom Städtischen Bauhof, der mit seinen Fähigkeiten vor allem die schwere Arbeit sehr erleichterte.

 

Die Naturschutzschaffer beraten sich in gebotenem Corona-Abstand. Von links: Dietmar Mayer, Merlin Schubert, Siegfried Frosdorfer, Bernhard Florchinger, Jörg Schmid

Foto: Brigitte Frosdorfer


Das Rotkehlchen – Vogel des Jahres 2021

 

Erster öffentlich gewählter Jahresvogel

 

 

Insgesamt 455000 Menschen in Deutschland beteiligten sich an der Wahl. Das Rotkehlchen ist nun zum zweiten Mal nach 1992 Vogel des Jahres.

 

Zur Brutzeit ernährt sich das Rotkehlchen überwiegend von Insekten und deren Larven, insbesondere von Käfern, Zweiflüglern, Schmetterlingsraupen, Ameisen und Blattläusen. Im Sommer und Herbst erweitert es seinen Speiseplan mit Wildbeeren und anderen Früchten wie etwa Traubenkirsche, Schwarzer Holunder, Roter Hartriegel, Europäisches Pfaffenhütchen und Faulbaum.

 

Das Rotkehlchen brütet in Wäldern, Gebüschen, Feldhecken, Parks, Gärten und Friedhöfen. Es bevorzugt unterholzreiche Wälder, besonders in der Nähe von Gewässern oder an feuchten Standorten.

 

„Die öffentliche Wahl des Rotkehlchens zum Vogel des Jahres ist uns gleichermaßen Auftrag und Verpflichtung zu mehr Naturschutz in Gärten, Parkanlagen, der landwirtschaftlichen Feldflur sowie in Gewerbe- und Industriegebieten,“ meint Siegfried Frosdorfer, Stellvertretender Sprecher des NABU-Kreisverbandes Biberach. Genauso wie der Staat und die Kommunen bleiben alle kleinen und großen privaten Eigentümer  bzw. Pächter aufgefordert viel mehr für die Natur zu tun. Dies betrifft vor allem auch private Häuslesbauer und Besitzer bzw. Pächter von Klein- und Baumgärten und nicht nur die Land- und Forstwirtschaft. Wie dies geht kann man sich bei den Naturschutzverbänden wie BUND und NABU, Schwäbischer Albverein sowie Obst- und Gartenbauvereinen erklären und zeigen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rotkehlchen in einem Naturgarten (Foto Brigitte Frosdorfer)

 


2021 Unterstützung für den Naturkindergarten

Frau Merk erklärt den Kindern die Nisthilfen (Foto: Naturkindergarten)

 

 

Zum Erleben, Lernen und Lieben

 

Bad Buchau –

 

„Sehr gerne unterstützt die NABU-Gruppe Bad Buchau-Federsee die Erzieherinnen des Naturkindergartens Moorfrösche in ihrem wertvollen Erziehungs- und Bildungsauftrag“, sagt der Vorsitzende Siegfried Frosdorfer. Deshalb hat der NABU sechs Nisthilfen für Vögel und Insekten gespendet und sie sogleich aufgehängt. Diese modernen Nistkästen sind besonders auch für Kinder geeignet, Vögel und Insekten zu beobachten, sie kennenzulernen und dabei viel Spaß und Freude zu empfinden. Die Nisthilfen können zum Beispiel von Staren, Kleibern, Kohlmeisen, Blaumeisen und Hausrotschwänzen zur Brut angenommen werden. In Abstimmung mit der Erzieherin Marianne Merk hat der Naturschutzpraktiker Bernhard Florchinger die Nisthilfen angebracht. Einige Tage zuvor übergab die NABU-Gruppe dem Naturkindergarten bereits ein Vogelfutter-Pfahlsystem.