Bad Buchau –
Im Rahmen der Natur- und Umwelterziehung arbeitet die UNESCO-Projekt-Schule Progymnasium Bad Buchau mit dem NABU Bad Buchau-Federsee und dem Forst Baden-Württemberg zusammen.
So wurden in einer gemeinsamen Aktion am Freitagnachmittag, den 7. November 2025, vierzig einheimische Wildsträucher in der Iltishalde gepflanzt. Die Iltishalde ist eine Ausgleichsfläche, welche im Zusammenhang mit dem Bau der Umfahrungsstraße ausgewiesen wurde. Seit dem Flurneuordnungsverfahren kümmert sich die NABU-Ortsgruppe als Patenbiotop um diese Fläche. Die beiden Förster Robert Eckhardt und Konrad Frosdorfer, die NABU-Mitglieder, der Schulleiter und zwei Lehrerinnen zeigten den Schülerinnen und Schülern der Klasse 5a wie man richtig Sträucher und Bäume pflanzt. Die Jugendlichen hatten viel Spaß dabei schöne, große Pflanzgruben mit dem Spaten auszuheben und die jungen Setzlinge mit lockerer Humuserde zu versorgen. Freude kam auf als einige Bergmolche und viele Regenwürmer entdeckt wurden. Folgende ökologisch wertvolle Arten des Schlehen-Liguster-Gebüsches (Pruno-Ligustretum), die auch als sehr klimarobust gelten, wurden eingebracht: Hunds-Rose, Eingriffeliger Weißdorn, Schlehe, Gewöhnlicher Liguster, Wolliger Schneeball, Sauerdorn, Echter Kreuzdorn. Diese Arten bringen den meisten Nutzen für bestäubende Insekten wie etwa Wildbienen einschließlich Hummeln, Honigbienen, Schmetterlinge, Käfer und Schwebfliegen sowie für Vögel. Im Laub der Blätter und im Wurzelbereich können auch Amphibien und Reptilien einen Unterschlupf für die Überwinterung finden.
Vorbereitet wurde die Pflanzmaßnahme von Jörg Schmid und den Mitarbeitern des Bauhofes, wofür sich der NABU-Vorsitzende Siegfried Frosdorfer herzlich bedankt. Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung wird die naturkundliche Erforschung sowie die praktische Renaturierung in der Iltishalde auch zukünftig ein wichtiges Thema des Progymnasiums unter Leitung von Dr. Matthias Hoffmann sein.
Mehlschwalben- und Mauerseglerprojekt beim Progymnasium
Für Mensch und Natur
Bad Buchau –
Mehlschwalben brüten schon von Natur aus am Nebengebäude Aufenthaltsraum des Progymnasiums Bad Buchau. „Ziel der
weiterführenden Maßnahme sei, dieBrutmöglichkeiten für Mehlschwalben und Mauersegler zu verbessern und gleichermaßen
vorsorglich zu verhindern, dass heruntergefallener Vogelkot parkende Fahrzeuge beschädigt.“ erklärt Dr. Hoffmann, Schulleiter des Progymnasiums, und ergriff gemeinsam mit Siegfried Frosdorfer, Vorsitzender des NABU Bad Buchau-Federsee, die Initiative. Deshalb wurden
am 6. Mai 2025 an der Fassade unter dem Dachvorsprung acht Doppelnistkästen für Mehlschwalben und zwei für Mauersegler
sowie ein 12 m langes durchlaufendes Kotbrett mit einer Breite von 60 cm angebracht. Darüber hinaus bietet der Besiedelungserfolg solcher Nisthilfen im schulischen Umfeld eine gute Möglichkeit für die Umweltbildung. Daher soll dieses Projekt auch langfristig für den
Unterricht in den Fächern Biologie, Naturwissenschaft und Technik der Unesco-Projektschule genutzt werden.
Der Bauhof Bad Buchau mit seinen Mitarbeitern Elmar Imhof und Josef Blank
sowie Hausmeister Uwe Vogelgesang führten die handwerklichen Arbeiten aus.
Die Spenden der Kreissparkasse Biberach und der Moorochsenzunft Bad Buchau
finanzierten die Maßnahme.
Die Mehlschwalbe ist ein ausgesprochener Kulturfolger. In Deutschland brütet sie fast ausschließlich an menschlichen
Bauwerken. Die einzigen Brutplätze außerhalb des menschlichen Siedlungsraumes befinden sich zurzeit an der Ostseeküste der Insel Rügen.
Mauersegler sind ganz an das Leben in der Luft angepasst. Nur zum Brüten
suchen sie Spalten und Hohlräume in Gebäuden auf. Mauersegler schlafen im
Flug. Der Fortpflanzungsakt wird im Fliegen vollzogen und das Nistmaterial wird
ebenfalls in der Luft aufgesammelt.
Nach erfolgreicher Arbeit: Elmar Imhof, Josef Blank, Uwe Vogelgesang, Siegfried
Frosdorfer.
Foto Matthias Hoffmann
Mitgliederversammlung des NABU Bad Buchau
Ehrenamtlich tätig für Mensch, Natur und Heimat
Bad Buchau -
Am 25. April 2024 hielt die NABU-Gruppe Bad Buchau-Federsee ihre diesjährige Mitgliederversammlung mit Neuwahlen ab.
In Bad Buchau und im Federseegebiet häufen sich 2024 die Jubiläen:
125 Jahre NABU, 100 Jahre Adelindisfest (Kinder - und Heimatfest), 85 Jahre Naturschutzgebiet Federsee. Außerdem ist der Kiebitz der Vogel des Jahres 2024.
Zunächst referierte der Vorsitzende Siegfried Frosdorfer kurz über die wesentlichen, geschichtlichen Daten des Naturschutzes.
Es begann mit Lina Hähnle, welche vor 125 Jahren den NABU, damals noch unter dem Namen Bund für Vogelschutz, in Stuttgart gründete.
Den NABU Buchau gibt es seit 1903, er gehört damit zu einer der ältesten NABU-Gruppen und steht in der Tradition von Walter Staudacher und Gerhard Haas.
1911 erwarb Oberförster Staudacher ein erstes, 74 Morgen großes Schutzgebiet am Federsee. 1939 wurde der zentrale Teil des Federseeriedes, das Naturschutzgebiet Federsee, ausgewiesen.
1987 gründete der NABU-Landesverband Baden-Württemberg das Naturschutzzentrum Federsee mit hauptamtlichen Fachkräften. Die jetzige ehrenamtliche NABU-Gruppe setzt sich unter dem Vorsitz von Siegfried Frosdorfer seit 1989, also seit 35 Jahren, für den Naturschutz ein. Nach aktuellem Stand hat die NABU-Gruppe rund 400 Mitglieder.
Heute sind knapp 3000 Hektar rund um den Federsee als Vogelschutzgebiet ausgewiesen, weite Teile davon auch als FFH - und Naturschutzgebiete.
Wiederum außerordentlich zahlreich und vielfältig waren die praktischen Naturschutzmaßnahmen mit Arbeitseinsätzen der NABU-Gruppe Bad Buchau. Diese können in den Jahresberichten unter www. nabu-badbuchau-federsee.de nachgelesen werden. Nachdem der Gesamtvorstand einstimmig entlastet wurde, erbrachten die Neuwahlen folgende Ergebnisse:
Vorsitzender Siegfried Frosdorfer, Stellvertretende Vorsitzende Gerti Potschien-Roth, Kassenwartin S. Locher.
Beisitzer: Bernhard Florchinger, Hansjörg Glauner, Helmut Reinhardt, Dietmar Mayer, Dr. Herbert Schneider, Susanne Schosser, Merlin Schubert.
Kassenprüfer: Walter Blum, Dr. Helmut Schmalfuß
Aus Anlass des Jubiläums 100 Jahre Adelindisfest spendete der NABU eine Winter-Linde, die vom Bad Buchauer Bauhof gepflanzt wurde.
Ein reger Gedankenaustausch beschloss die Mitgliederversammlung.
Der neu gewählte Gesamtvorstand. Von links: Merlin Schubert, Dietmar Mayer,
Gerti Potschien-Roth, Bernhard Florchinger, Siegfried Frosdorfer, Helmut Reinhardt, Hansjörg Glauner, Dr. Herbert Schneider. Foto: Klaus Mendla.